Die Joystory

Wer steckt dahinter? Wie funktioniert das Joy? Warum kam alles so? Und wo soll die Reise noch hingehen?

Die lange Geschichte von den Leuten hinter der leuchtenden Fassade

Moin moin liebe Joybesucher,
mein Name ist Joey Claußen, ich bin Jahrgang 1994 und habe 2012 mein Abi in Hamburg gemacht. Heute bin ich der stolze Chef hinter diesem kleinen Unternehmen und kämpfe mit Leib und Seele für den weiteren Erfolg dieser Diskothek. Mein Weg ist durchaus kein normaler, und da es viele Gerüchte über mein Team und mich gab möchte ich euch hier einmal meine große „Joystory“ erzählen.

Angefangen im Jahr 2012: Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch lange Haare und befand mich in der Schule immer bei den normalen und ehrlichen Leuten. Schon damals fiel ich bei vielen Dingen durch meine auffälligen Eigenarten auf. Der Klassenclown, der mit einem superlauten Minimotorrad (vorher noch Roller) zur Schule kommt und viel mit Sprengkram und Chemie zu tun hatte. Ich mochte früher alles was laut und auffällig war – und ja, das ist noch heute so!
Ich denke viele von meinen heutigen Gästen kennen diese Findungsphase zu Beginn oder direkt nach Abschluss des Abiturs. Und auch wenn es eine „Berufsvorbereitung“ gibt – So richtig glücklich wird man mit dem Ergebnis einfach nicht. Genau so erging es auch mir damals und nach meinem mittelmäßigen Abi fragte ich mich: Studium oder Ausbildung? Es ging allerdings zumindest hier in eine klare Richtung: Meine Familie ist in dritter Generation selbstständig und alles was es zum Erfolg gebraucht hat war immer nur eine gute und praktische Ausbildung und eine gute Hand voll Multitalent. Um es also meinem Großvater und meinem Daddy gleichzutun, hieß es ganz klar eine Ausbildung finden! Aber welche?!

Bei dieser Frage hat mir ganz klar der Abistreich unserer Schule weitergeholfen. Ich durfte damals das entsprechende Komitee leiten, da ich für meinen Wahnsinn in der ganzen Stufe bekannt war. Kein Problem! Mit meinen Freunden zusammen organisierte ich einen Abistreich, der alle bisherigen an unserer Schule in den Schatten stellen sollte. Ein Mix aus dem klassischen „wir zünden die Schule an“ Chaos und einer lehrerfreundlichen Gameshow. 12 Spiele mit unteranderem 1000 Kilogramm Heu in der Pausenhalle, sowie eine komplette Turnhalle umgebaut als Disko-Hindernislauf, inkl. schwebendem DJ und einem Aftermovie. Nicht schlecht für einen 18-jährigen Dreikäsehoch aus der Oberstufe, oder?
Und hier hat es Klick gemacht: Joey wird Veranstaltungskaufmann!
Wo? Klar, in einer Disko! Ich hatte keine Lust diese Ausbildung in einer strengen und steifen Umgebung zu absolvieren. Ich wollte viel praktische Arbeit mit jeder Menge Technikkram und viel Marketing. Ausschlaggebend war aber eine Erinnerung an meine Kindheit: Der kleine Joey ist nämlich schon mit 10 Jahren immer mit Opa zu Conrad Elektronik gefahren und durfte sich dort zum Geburtstag oder zu Weihnachten mit allerhand Diskolichtern eindecken. Zusammen mit meinem äußerst verrückten Vater baute ich mir dann im Keller eine kleine Kinderdisko in unseren Hobbyraum. Ganz nach dem Motto: Früh übt sich!

Ab hier ging dann alles ganz schnell: Ich flog mit einem meiner besten Freunde nach Australien, um mein superschlechtes Englisch etwas aufzubessern und gleichzeitig mal die Welt kennen zu lernen. Gleichzeitig nutzte ich schon dort direkt mein Talent gegenüber den sozialen Medien (damals noch Facebook) und bewarb mich über ein Posting bei einer der wenigen Diskotheken, welche eine Ausbildungsstelle ausgeschrieben hatte. Mit Erfolg!
So weit so gut! Ich kehrte zurück und begann zunächst ein achtmonatiges Praktikum (unbezahlt) bei der Diskothek „Eberts“ in Hamburg Schenefeld. Eine Ü30 Disko – also das komplette Gegenteil zum Joy! Alles war irgendwie alt und ein wenig eingestaubt, und hätte ich nicht das Glück mit vielen tollen Kollegen gehabt, hätte ich diese Zeit nicht überstanden. Ich habe teils in diesem Laden übernachtet, um meinen alten Chef von mir zu überzeugen. Egal ob, Dekorationsarbeiten, Putzen, Kaffee kochen oder Lager zählen – Ich war mir nie für etwas zu schade. Es lohnte sich, ich bekam endlich meine Ausbildung und konnte mein Glück kaum fassen. Mein erster Tag Berufsschule brachte mich jedoch schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Ich war zusammen mit Leuten, welche älter und wesentlich erfahrener waren! Die organisierten ganze Festivals oder große Messen – Ich half hingegen bei Ü30 Partys mit „Reste“-Charakter. Das war hart! Aber auch von diesen Leuten konnte ich eine Menge mitnehmen und lernen – Insbesondere das jeder ein Alleinstellungsmerkmal braucht!
Auf der Suche nach diesem nutze ich mehrere Angebote meines alten Chefs, in Sachen Fortbildung. Neben diversen EDV Kursen besuchte ich unteranderem die Barschule Rostock und bildete mich dort zum American Bartender aus. So entflammte meine neue Leidenschaft! Weg von der Chemie und hin zu Cocktails, Whiskey und Rum – Weg von Feuerwerkskörpern und hin zu flammenden Zitronen und Trockeneis.

Dann kam der Knall: Von jetzt auf gleich verlor ich nach nur zwei Monaten Ausbildung „alles“ worauf ich das letzte Jahr hingearbeitet habe. Mein alter Chef verkaufte das Eberts an einen neuen Betreiber, welcher sich nicht mehr mit dem Nachwuchs abgeben wollte. Und da saß ich dann – In der Probezeit fristlos entlassen.

Aber ist das schon ein Grund zum Aufgeben? Nein! Ich hatte genau zwölf Wochen Zeit, um eine neue Ausbildungsstätte zu finden. 12 Wochen in denen ich weiter zur Berufsschule ging um an meinem Traum festzuhalten. Ich schrieb über 40 Initiativbewerbungen für Bars, für Diskotheken, an Konzertlocations oder einfache Agenturen – keine Chance.
Nachdem ich in einer Location auf der Schanze einen Probeabend verbrachte, und nach 19 Stunden Technogeschepper endgültig aufgeben wollte, erhielt ich auf einen Donnerstag eine E-Mail von einem Eric David aus Henstedt-Ulzburg. Ich wäre zum Vorstellungsgespräch eingeladen und solle am kommenden Samstagabend mal in der Diskothek JOY vorbeikommen.
Ein Vorstellungsgespräch während einer Party, auf einem Samstag um zwei Uhr Nachts?! Fand ich richtig geil! Also noch schnell ein paar Kollegen aus der Berufsschule eingepackt und ab ins Joy!

Ich erinnere diesen Moment noch sehr genau, wie sicher jeder andere auch, der zum ersten Mal seine große Liebe trifft: Mein erster Besuch im JOY. Laute Mucke, viele Lichter, mega warm und mega voll! Es war die gute alte Jägermeisterparty (14.12.13) und genauso GEIL war auch die Stimmung – ich fühlte mich wohl! Ich ging mit meinen Leuten diese komische Treppe nach oben, nachdem ich erstmal an der Kasse gefragt hatte, wo ich denn den überhaupt Chef finde. Peinlich! Es roch ein wenig nach Teenieschweiß, viel Tuttifrutti-Nebel und reichlich Kräuterschnaps. Wir kamen an die Cocktailbar, welche heute noch so aussieht wie damals als ich sie das erste Mal anschauen durfte. Ich fragte nach Eric und da kam dann zum ersten Mal dieser lange sportliche Kerl aus dem dunklen Bereich hinter der Bar, der wohl zum Büro führte. Wir waren gleich auf einer Wellenlänge und kamen gut miteinander klar. Ich erzählte ihm meine Situation und diese traf auf Verständnis. Ich erhielt nach einer kurzen Führung durch den Laden die Möglichkeit zu einem Praktikum, welches zunächst vier Wochen gehen sollte. Danach würde dann die Übernahme (auf den Tag meiner 12-Wochen-Frist genau) als Azubi erfolgen. Folglich gab ich alles!

Und hier stehen wir heute. Die Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann habe ich sehr erfolgreich abgeschlossen und auch im Betrieb konnte ich mich vom Gläserspüler, zum Barchef, und letzten Endes zum Betriebsleiter hocharbeiten. Das sollte glücklicher Weise nicht alles gewesen sein! Jeder Auszubildende kennt das berühmte Gespräch zum Ende der Ausbildung. Werde ich übernommen? Muss ich gehen? Habe ich alles gegeben? Bekomme ich endlich mal ein normales Gehalt? – All diese Fragen stellten sich bei mir ebenfalls. In diesem besagten Gespräch änderte sich jedoch alles. Ich konnte Eric und Kai in den zweieinhalb Jahren derart überzeugen, dass ich das Angebot erhielt den Laden zu übernehmen. Klingt doll oder? Andere werden übernommen, aber ich übernehme. Ich konnte mein Glück kaum fassen, gleichzeitig kamen jedoch auch Zweifel und Risiken auf. Ist das nicht ein wenig zu groß für einen 22-jährigen? Nach langem hin und her und vielen Beratungen mit meiner Familie und meiner Partnerin stand dann der Entschluss. Joey wird Diskobetreiber!

Wir machten den Deal also Dingfest und mittels einer Hypothek konnte ich mir genug Startkapital besorgen, um das Joy zu übernehmen. Es war gerade so genug und wer die Zeiten von damals noch erinnert, weiß genau dass im Joy damals einiges nachgeholt werden musste!
Nur mit der Power meiner damaligen Mitarbeiter und vielen freiwilligen Helfern ließ sich der erste Umbau im Jahr 2016 überhaupt stemmen. Einige dieser Menschen sind noch bis heute im JOY und geben immer noch ihr Bestes, das ist wirklich eine Diskofamilie! Julien Luttringer, Steven Wodraschka, Tim Vollmer, Alexander Wieck und Kevin Malich sei an dieser Stelle besonders für die jahrelange Treue gedankt.

Am 1. September 2016 waren wir nach gut 12 Wochen reinem Wahnsinn fertig mit der neuen Mainhall. Was viele nicht wissen: Zu diesem Zeitpunkt stand für mich alles auf der Kippe! Auch dem Girokonto der Joeys Discoclub GmbH befanden sich nur noch ca. 360€ … Bei einer solchen Betriebsgröße ist das um Haaresbreite eine Insolvenz! Ich war ultranervös aber auch freudig aufgeregt, weil sich bereits auf Facebook über 500 Gäste für das Wochenende angekündigt hatten. Und echt: Das Joypublikum hat uns nicht im Stich gelassen und die Investition zahlte sich voll und ganz aus. Seit diesem Tag machen wir munter als Team weiter, entwickeln uns, den Laden und die Partys immer wieder neu! Bloß kein Stillstand, denn wer rastet der rostet.

In diesem Sinne haben wir dann immer weiter gehaushaltet! Den Gewinn nicht in fette Karren oder prollige Luxusuhren gesteckt, sondern immer brav weiter Kapital in die Location gesteckt. Als Chef und als Mensch habe ich mich hierdurch extrem weiterentwickelt. Man lernt das alles extrem zu schätzen und auch wenn die Beine nach einem 5-Tage-Party-Marathon nach z.B. Weihnachten einfach nur noch zittern: Ich liebe es!

Diese Liebe und diese Geschichte wollte ich euch, besonders wegen der langen Corona-Zwangspause, hier einmal erzählen. Wir werden nicht aufgeben!
Ich hoffe diese Story inspiriert einige und sorgt dafür, dass ihr bei eurem nächsten Besuch das JOY mit anderen Augen seht. Und für alle neuen Gäste, die sich fragen wer der dünne Wicht in dem krass bunten Hemd mit der schiefen Brille ist: Es ist der Joychef und ohne euch und sein Team wäre er heute nicht zum dem geworden was er ist. Joey Claußen

Danke für alles!